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Bezugskosten buchen

Enthält: Beispiele · Buchungssatz · Definition · Grafiken · Übungsfragen

Die Bezugskosten sind ein wesentlicher Bestandteil im betrieblichen Kontext und spielen eine entscheidende Rolle bei der Kalkulation von Produktpreisen. Sie umfassen eine Vielzahl von Aufwendungen, die mit dem Erwerb von Gütern oder Dienstleistungen verbunden sind und über den reinen Einkaufspreis hinausgehen. Die Berücksichtigung und korrekte Erfassung der Bezugskosten ist für Unternehmen von großer Bedeutung, da sie direkten Einfluss auf die Rentabilität, die Wettbewerbsfähigkeit und die strategische Entscheidungsfindung haben.

Dieser Lehrtext behandelt die Grundlagen, Berechnung, Besonderheiten und praktische Anwendung von Bezugskosten. Wir werden verschiedene Arten von Bezugskosten analysieren, deren Berechnungsmethoden erläutern und auf spezielle Herausforderungen wie Währungsschwankungen eingehen. Zudem werden wir die Rolle der Incoterms und deren Einfluss auf Bezugskosten beleuchten. Fallbeispiele und Übungen am Schluss der Lektion helfen dir, ein tieferes Verständnis für das Thema zu erlangen und deinen Lernfortschritt zu kontrollieren.

  • Synonyme: Beschaffungskosten | Einkaufskosten | Beschaffungsaufwand
  • Englisch: procurement costs | acquisition costs

Inhalt dieser Lektion

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  • Warum sind Bezugskosten wichtig?
  • Was sind Bezugskosten?
  • Die Arten von Bezugskosten
  • Herausforderungen bei der Berücksichtigung der Bezugskosten
    • Komplexität der Kostenkomponenten
    • Datenverfügbarkeit und -qualität
    • Kalkulation und Prognose
    • Dynamik und Veränderungen der Lieferketten
    • Komplexität der internationalen Beschaffung
  • Welche Rolle spielen Bezugskosten bei der Preiskalkulation?
  • Methoden zur Berechnung von Bezugskosten
  • Einflussfaktoren auf Bezugskosten
    • Lieferantenqualität und -zuverlässigkeit
    • Standort des Lieferanten
    • Transportkosten
    • Währungsschwankungen
  • Incoterms und deren Auswirkungen auf Bezugskosten
  • Buchung von Bezugskosten
  • Übungsfragen
  • Ergebnisse

Warum sind Bezugskosten wichtig?

Bezugskosten haben einen direkten Einfluss auf die Rentabilität, Wettbewerbsfähigkeit und strategische Entscheidungsfindung. Durch eine genaue Erfassung und Analyse der Bezugskosten können Unternehmen ihre Kostenstrukturen optimieren, fundierte Preisentscheidungen treffen und ihre Profitabilität steigern. Zudem ermöglicht die Berücksichtigung von Bezugskosten eine effiziente Kostenkontrolle und -planung, was wiederum zur Stärkung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens beiträgt. Unternehmen, die ihre Bezugskosten im Blick behalten und aktiv managen, sind in der Lage, ihre Wettbewerbsposition zu verbessern und langfristig erfolgreich zu sein.

Was sind Bezugskosten?

Unter Bezugskosten werden alle Kosten zusammengefasst, die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Rohstoffen, Waren oder Dienstleistungen anfallen. Sie umfassen eine Vielzahl von Ausgaben, die über den reinen Einkaufspreis hinausgehen und unter anderem Transportkosten, Lagerkosten, Zollgebühren und Versicherungen beinhalten.

Die Berücksichtigung von Bezugskosten ist für Unternehmen von hoher Relevanz, da sie direkten Einfluss auf die Kalkulation von Produktpreisen, die Rentabilität und die Wettbewerbsfähigkeit haben. Durch eine genaue Erfassung und Analyse der Bezugskosten können Unternehmen ihre Kostenstruktur optimieren, die Margen verbessern und fundierte Preisentscheidungen treffen.

Die Arten von Bezugskosten

Es gibt unterschiedliche Bezugskostenarten, dazu zählen:

  • Transportkosten: Transportkosten umfassen alle Kosten, die mit dem Transport der Waren vom Lieferanten zum Unternehmen verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise Frachtkosten, Rollgelder, Verpackungskosten, Versicherungen und eventuell Zollgebühren.
  • Lagerkosten: Lagerkosten sind die Kosten, die durch die Lagerung und Verwaltung von Waren im Lager entstehen. Diese umfassen Mietkosten für Lagerflächen, Personal- und Verwaltungskosten, Versicherungen für die gelagerten Güter sowie Kosten für Lagerhaltungssysteme und -technologien.
  • Zollgebühren: Zollgebühren sind Kosten, die beim Import von Waren aus dem Ausland anfallen. Sie beinhalten Zölle, Steuern und Abgaben, die von den Zollbehörden erhoben werden. Unternehmen müssen diese Kosten berücksichtigen, wenn sie Produkte aus dem Ausland beziehen.
  • Qualitätsprüfungskosten: Qualitätsprüfungskosten entstehen, um die Qualität und Konformität der gelieferten Waren sicherzustellen. Dazu gehören Kosten für Inspektionen, Tests und Zertifizierungen, um sicherzustellen, dass die Produkte den erforderlichen Qualitätsstandards entsprechen.
  • Finanzierungskosten: Finanzierungskosten entstehen durch die Finanzierung des Einkaufs von Waren oder Materialien. Dazu gehören Zinsen, Kreditgebühren und andere Finanzierungskosten, die anfallen, wenn Unternehmen Kredite oder Darlehen aufnehmen, um ihre Einkäufe zu finanzieren.

Abgrenzung

Die Kosten für Qualitätsprüfung und Finanzierung gehören nicht zu den direkten Bezugskosten im engeren Sinne. Sie sind vielmehr Kosten, die im Zusammenhang mit dem Bezug von Waren anfallen können und sollten als separate Kostenkategorien betrachtet werden.

Sie sind jedoch wichtig, wenn es um den Bezug von Waren geht. Die Qualitätsprüfungskosten sind notwendig, um sicherzustellen, dass die gelieferten Waren den erforderlichen Standards entsprechen. Die Finanzierungskosten hingegen entstehen durch die Inanspruchnahme von Finanzierungsmöglichkeiten, um den Einkauf von Waren zu unterstützen.

Es ist wichtig, diese Kosten im Gesamtkontext der Beschaffung zu betrachten, da sie indirekte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Effizienz und Rentabilität des Beschaffungsprozesses haben können.

Herausforderungen bei der Berücksichtigung der Bezugskosten

Die Berücksichtigung von Bezugskosten kann verschiedene Herausforderungen mit sich bringen.
Hier sind einige:

Komplexität der Kostenkomponenten

Bezugskosten können aus verschiedenen Kostenkomponenten bestehen, wie Transportkosten, Lagerkosten, Zollgebühren usw. Die genaue Erfassung und Zuordnung dieser Kosten kann komplex sein, insbesondere wenn es um den internationalen Handel oder verzweigte Lieferketten geht.

Datenverfügbarkeit und -qualität

Um Bezugskosten effektiv zu berücksichtigen, werden genaue und aktuelle Daten benötigt. Es kann jedoch eine Herausforderung sein, diese zu erfassen und zu verwalten, vornehmlich wenn sie von verschiedenen Zulieferern oder in unterschiedlichen Formaten vorliegen.

Kalkulation und Prognose

Die Prognose zukünftiger Bezugskosten kann schwierig sein, da sie von verschiedenen Faktoren abhängen, wie zum Beispiel Wechselkursschwankungen, Lieferantenauswahl und globalen Handelsbedingungen. Eine genaue Kalkulation erfordert eine sorgfältige Analyse und Bewertung verschiedener Szenarien.

Dynamik und Veränderungen der Lieferketten

Lieferketten sind oft dynamisch und können sich stetig ändern. Neue Zulieferer, geänderte Transportrouten oder -methoden können Auswirkungen auf die Bezugskosten haben. Unternehmen müssen daher flexibel sein und ihre Kalkulationen regelmäßig überprüfen und anpassen, um den jeweils aktuellen Bedingungen gerecht zu werden.

Komplexität der internationalen Beschaffung

Bei internationalen Beschaffungsaktivitäten können zusätzliche Herausforderungen auftreten, wie zum Beispiel Zollbestimmungen, verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen und andere.

Welche Rolle spielen Bezugskosten bei der Preiskalkulation?

Bezugskosten haben einen direkten Einfluss auf die Kostenbasis eines Produkts oder einer Dienstleistung.
Hier sind einige wichtige Aspekte, wie Bezugskosten die Preiskalkulation beeinflussen:

  • Kostenorientierte Preisstrategie: Bezugskosten dienen als Grundlage für eine kostenorientierte Preisstrategie. Unternehmen können die Gesamtkosten, einschließlich der Bezugskosten, analysieren und darauf basierend einen Preis festlegen, der sowohl ihre Kosten deckt als auch einen angemessenen Gewinn ermöglicht.
  • Wettbewerbsfähigkeit: Bezugskosten beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Kann ein Unternehmen seine Bezugskosten effektiv kontrollieren und optimieren, hat es die Möglichkeit, wettbewerbsfähige Preise anzubieten. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, sich gegenüber Mitbewerbern zu differenzieren und einen attraktiven Mehrwert anzubieten.
  • Kundenerwartungen: Bezugskosten haben Auswirkungen auf die Kundenerwartungen und die Preisakzeptanz. Sind die Bezugskosten eines Produkts oder einer Dienstleistung hoch, können Kunden höhere Preise erwarten. Unternehmen müssen daher ihre Bezugskosten sorgfältig berücksichtigen, um den Kundenwert und die Preiswahrnehmung in Einklang zu bringen.
  • Rentabilität: Durch die angemessene Berücksichtigung der Bezugskosten in der Preiskalkulation können Unternehmen ihre Rentabilität sicherstellen. Eine ungenaue Kalkulation der Bezugskosten kann zu Verlusten führen, während eine genaue Berücksichtigung der Kostenbasis eine nachhaltige Rentabilität ermöglicht.

Methoden zur Berechnung von Bezugskosten

Es gibt mehrere Berechnungsmethoden, die sich je nach Art der Kosten und den individuellen Anforderungen eines Unternehmens unterscheiden können.
Hier sind einige gängige Methoden:

  • Einzelkostenmethode
    Die einzelnen Kostenpositionen der Bezugskosten werden separat erfasst und kalkuliert, beispielsweise Transportkosten, Lagerkosten oder Zollgebühren. Diese Methode ermöglicht eine detaillierte Analyse der Bezugskosten und eine genaue Zuordnung der Kosten auf die jeweiligen Produkte oder Dienstleistungen.
  • Durchschnittskostenmethode
    Sie basiert auf der Berechnung durchschnittlicher Bezugskosten pro Einheit. Dafür werden die Gesamtkosten aller Bezugskosten-Kategorien durch die Gesamtmenge der erworbenen Einheiten geteilt. Dies ermöglicht eine vereinfachte und standardisierte Kalkulation der Bezugskosten und kann insbesondere bei großen Mengen oder einem breiten Sortiment an Produkten eine nützliche Methode sein.
  • ABC-Analyse
    Die Bezugskosten werden basierend auf ihrer Bedeutung und Häufigkeit klassifiziert und in Kategorien A, B und C eingeteilt, wobei Kategorie A die höchsten Kosten enthält und Kategorie C die geringsten. Dies ermöglicht eine Fokussierung auf die Kostenpositionen mit dem größten Einfluss und eine gezielte Optimierung dieser Kosten.
  • Prozesskostenrechnung
    Die Bezugskosten werden entlang der einzelnen Prozessschritte erfasst werden. Hierbei werden die Kosten den spezifischen Aktivitäten im Beschaffungsprozess zugeordnet. Dies ermöglicht eine detaillierte Analyse und Identifizierung von Kostentreibern sowie die Optimierung der einzelnen Prozessschritte.

Unabhängig von der gewählten Methode ist es wichtig, dass Unternehmen über genaue und relevante Daten verfügen, um die Bezugskosten korrekt zu berechnen. Erfahrung, Kontinuität in der Datenerfassung und eine regelmäßige Überprüfung der gewählten Methode sind ebenfalls entscheidend, um eine genaue Kalkulation der Bezugskosten zu gewährleisten und darauf basierend fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen.

Einflussfaktoren auf Bezugskosten

Bezugskosten sind die Kosten, die entstehen, wenn ein Unternehmen Waren oder Dienstleistungen von externen Lieferanten bezieht. Diese Kosten können stark variieren und werden von verschiedenen Einflussfaktoren beeinflusst.

Hier sind einige der wichtigsten Einflussfaktoren auf Bezugskosten:

Lieferantenqualität und -zuverlässigkeit

Zuverlässige Lieferanten, die hochwertige Produkte oder Dienstleistungen liefern, können die Kosten senken, indem sie die Notwendigkeit von Ersatzlieferungen oder Qualitätskontrollen verringern.

Standort des Lieferanten

Näher gelegene Lieferanten können niedrigere Transportkosten und kürzere Lieferzeiten ermöglichen, während entferntere Lieferanten höhere Transportkosten und längere Lieferzeiten verursachen können.

Transportkosten

Die Kosten für den Transport der Waren vom Lieferanten zum Unternehmen hängen von Faktoren wie Entfernung, Transportmittel und Verhandlungsgeschick ab. Effiziente Transportlösungen können dazu beitragen, die Bezugskosten zu senken.

Währungsschwankungen

Wenn ein Unternehmen Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland bezieht, können Wechselkursschwankungen die Bezugskosten beeinflussen. Schwache Währungen können die Kosten erhöhen, während starke Währungen die Kosten senken können.

Incoterms und deren Auswirkungen auf Bezugskosten

Incoterms, kurz für “International Commercial Terms”, sind standardisierte Handelsklauseln, die von der Internationalen Handelskammer (ICC) erstellt wurden. Sie definieren die Rechte und Pflichten von Käufer und Verkäufer in internationalen Handelstransaktionen und regeln unter anderem den Transfer von Risiken und Kosten zwischen den Parteien.

Die Auswahl eines bestimmten Incoterms beeinflusst direkt die Bezugskosten, da sie festlegt, wer für die Transportkosten, Versicherungskosten, Zollabfertigungskosten und andere mit der Lieferung verbundene Kosten verantwortlich ist.

Hier sind einige der häufig verwendeten Incoterms und ihre Auswirkungen auf Bezugskosten:

  • EXW (Ex Works)
    Unter diesem Incoterm ist der Verkäufer nur verpflichtet, die Ware am vereinbarten Ort zur Verfügung zu stellen. Alle weiteren Kosten und Risiken, einschließlich Transportkosten, Versicherung und Zollabfertigung, gehen zu Lasten des Käufers. Die Bezugskosten sind in diesem Fall hoch, da der Käufer für alle Logistikkosten verantwortlich ist.

  • FOB (Free on Board) und FCA (Free Carrier)
    Unter diesen Incoterms trägt der Verkäufer die Kosten für den Transport der Ware zum benannten Verladehafen oder zum benannten Bestimmungsort. Ab diesem Punkt gehen jedoch alle weiteren Kosten und Risiken auf den Käufer über. Die Bezugskosten sind im Vergleich zu EXW niedriger, da der Verkäufer für den Transport zum Verladehafen oder zum vereinbarten Bestimmungsort verantwortlich ist.

  • CIF (Cost, Insurance, Freight) und CIP (Carriage and Insurance Paid To)
    Unter diesen Incoterms trägt der Verkäufer die Kosten für Transport und Versicherung der Ware bis zum vereinbarten Bestimmungsort. Der Verkäufer ist auch für die Zollabfertigungskosten am Ausfuhrort verantwortlich. Der Käufer trägt jedoch die Kosten und Risiken nach dem Entladen am Bestimmungsort. Die Bezugskosten sind höher als bei FOB oder FCA, da der Verkäufer auch die Transportversicherungskosten trägt.

  • DAT (Delivered at Terminal) und DAP (Delivered at Place)
    Unter diesen Incoterms trägt der Verkäufer die Kosten und Risiken für den Transport der Ware zum benannten Bestimmungsort, einschließlich Zollabfertigung am Bestimmungsort. Die Bezugskosten sind im Vergleich zu CIF oder CIP niedriger, da der Verkäufer die Ware bis zum vereinbarten Bestimmungsort liefert, aber nicht für die Transportversicherungskosten verantwortlich ist.

Auswahl der Incoterms

Die Auswahl des geeigneten Incoterms hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Transportroute, des Risikobereitschaft des Käufers und Verkäufers sowie der jeweiligen Verhandlungspositionen. Es ist wichtig, die Auswirkungen der gewählten Incoterms auf die Bezugskosten sorgfältig zu analysieren und zu berücksichtigen.

Buchung von Bezugskosten

Bezugskosten sind Anschaffungsnebenkosten. Diese zählen laut § 255 Abs. 1 HGB zu den Anschaffungskosten und sind erfolgsneutral auf dem jeweiligen Bestandskonto (Waren, Rohstoffe etc.) zu aktivieren. Aber warum dürfen sie nicht als Aufwand berücksichtigt werden?

Schauen wir uns ein Beispiel an:

Beispiel
Die “Hanseatic Hardware AG” kauft am Ende des Geschäftsjahres Computer-Bauteile im Wert von netto 25.000 EUR ein. Sowohl die Bauteile als auch die Rechnung des Spediteurs in Höhe von 1.600 EUR netto gehen am 31.12. bei der “Hanseatic Hardware AG” ein. Die Computer-Bauteile werden im Januar des Folgejahres zum Preis von netto 32.000 EUR verkauft.

Werden die Frachtkosten im alten Geschäftsjahr als Aufwand in der GuV berücksichtigt, führt dies zu einem Bestand von nur 25.000 EUR auf dem Warenkonto. Auf dem GuV-Konto wird dagegen ein negativer Saldo von 1.600 EUR ausgewiesen. Der Frachtaufwand wurde nicht periodengerecht zugeordnet.

Werden die Frachtkosten dagegen im Warenkonto aktiviert, ergibt sich ein erhöhter Warenbestand; der Aufwand für die Bezugskosten wurde in diejenige Periode verschoben, in der auch die Computer-Bauteile verkauft wurden.

Die Aktivierung von Anschaffungsnebenkosten entsprechen dem Prinzip der periodengerechten Gewinnermittlung. In unserem Beispiel tritt der Wertzuwachs erst beim Verkauf der Bauteile ein, also im neuen Geschäftsjahr.

Schauen wir uns die Buchungssätze zu diesem Beispiel an:

  1. Einkauf der Computer-Bauteile im Dezember
    Wareneinkauf (Bestandskonto) 25.000 EUR und Vorsteuer 19% 4.750 EUR
    an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 29.750 EUR
  2. Buchung der Speditionsrechnung
    Bezugskosten für Wareneinkauf (Unterkonto des Bestandskontos) 1.600 EUR und Vorsteuer 19% 304 EUR
    an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.904 EUR
  3. Abschlussbuchung zum Ende des Geschäftsjahres
    • Wareneinkauf (Bestandskonto) 1.600 EUR
      an Bezugskosten für Wareneinkauf 1.600 EUR
    • Schlussbilanzkonto 26.600 EUR
      an Wareneinkauf (Bestandskonto) 26.600 EUR
  4. Verkauf der Computer-Bauteile im Januar
    Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 38.080 EUR
    an Umsatzerlöse 32.000 EUR
    an Umsatzsteuer 19% 6.080 EUR

Unterkonten

In der Regel wird für jedes Bestandskonto für Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ein Unterkonto „Bezugskosten“ eingerichtet. Dies dient dem besseren Überblick und entspricht den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung. Das Unterkonto wird zum Ende des Geschäftsjahres über das jeweilige Bestandskonto abgeschlossen.

Übungsfragen

 

#1. Welche Aussage zu den Bezugskosten ist FALSCH?

#2. Welche der folgenden Kosten zählen NICHT zu den Bezugskosten?

#3. Bezugskosten sind erfolgsneutral dem jeweiligen Bestandskonto wie beispielsweise Handelswaren, Rohstoffe etc. zuzuordnen und zu aktivieren. Richtig oder falsch?

#4. Beim Kauf von Rohstoffen fallen im Laufe des Jahres Bezugskosten in Höhe von 24.500 EUR netto an. Das Unternehmen bucht diese Kosten auf einem eigenen Konto. Wie lautet der Buchungssatz für den Abschluss dieses Kontos?

#5. Welchem Prinzip entspricht die Aktivierung der Bezugskosten?

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