Die Risikopräferenz – auch als Risikoeinstellung bekannt – beschreibt, wie tolerant oder intolerant eine Person gegenüber einem Risiko eingestellt ist. Da das Führen eines Unternehmens mit bestimmten Risiken verbunden ist, spielt die Risikopräferenz auch für Betriebsinhaber und Geschäftsführer eine gewichtige Rolle. Nur so kann er die für sein Unternehmen richtigen Entscheidungen treffen.
In diesem Beitrag stellen wir dir die Risikopräferenz vor. Du erfährst, was sich dahinter verbirgt und welche vier Risikoeinstellungen unterschieden werden können. Abschließend zeigen wir dir, bei welchen Unternehmensrisiken es auf die richtige Einstellung des Unternehmers ankommt. Um deinen Wissensstand zu aktualisieren, kannst du nach diesem Beitrag einige Übungsfragen beantworten.
- Englisch: risk attitude
- Synonym: Risikoeinstellung | Risikoappetit
- Deutsches Synonym: Risikoeinstellung
Was solltest du über die Risikopräferenz wissen?
Mit der Risikopräferenz wird die Risikoeinstellung oder der Risikoappetit eines Unternehmers gleichgestellt. Es geht hierbei um die Risikoneigung, die der Unternehmen bei dem Treffen von Entscheidungen zeigt. Keine Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Herkunft des Unternehmers. Wichtiger ist, dass er persönlich und sachlich dazu in der Lage ist, ein Unternehmen zu führen.
Der Hintergrund der Risikopräferenz zeigt sich dadurch, dass beinahe jede Unternehmensentscheidung mit Risiken verbunden ist. Dies bezieht sich auf den Beschluss für eine Gewinnausschüttung ebenso wie für jede Investitionsentscheidung.
Bei dieser Problemstellung kommt es auf die Risikobereitschaft des Unternehmers an. Zeigt er sich risikoneutral oder risikoavers, trifft er keine Entscheidung. Dies ist mit der Folge verbunden, dass das Unternehmen unter Liquiditätsgesichtspunkten in eine Schieflage gerät. Stellt er dagegen seine Risikofreude unter Beweis, tätigt er die notwendige Investition. Kurzfristig mag sich dies negativ auf die Liquidität des Unternehmens auswirken. Doch auf lange Sicht führen die höheren Umsätze dazu, dass sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens stabilisiert.
Welche Risikoeinstellungen werden unterschieden?
Ein Unternehmer oder der Geschäftsführer eines Unternehmens kann sich gegenüber einem Risiko wie folgt verhalten:
- Risikoneutral
- Risikotolerant
- Risikoavers
- Risikofreudig

Risikoneutral
Risikoneutralität bedeutet, dass der Unternehmer sich gegenüber dem Eingehen eines Risikos neutral verhält. Er zeigt keine Risikofreude. Auf der anderen Seite versucht er aber auch nicht, diesem Risiko aus dem Weg zu gehen.
Risikotolerant
Wer risikotolerant ist, legt es nicht unbedingt darauf an, ein Unternehmensrisiko einzugehen. Risikotolerante Unternehmer versuchen immer, einen anderen Ausweg zu finden. Gelingt dies aber nicht, unternehmen sie nichts, um das Risiko zu umgehen.
Risikoavers
Riskoavers kann mit risikoscheu gleichgesetzt werden. Hier unternimmt der Unternehmer alles, um das Risiko nicht eingehen zu müssen. Dies ist unter Umständen auch mit einem Umsatzrückgang oder weiteren negativen Aspekten für das Unternehmen verbunden.
Risikofreudig
Risikofreudige Unternehmer suchen das Risiko. Dies kann als eine positive Unternehmereigenschaft gewertet werden. Allerdings darf die Risikofreude nicht dazu führen, dass der Unternehmer zu leichtsinnig wird. Wägt er z. B. nicht die Vorteile einer Investition ab, kann sein risikofreudige Verhalten dazu führen, dass das Unternehmen einen finanziellen Schaden erleidet. Besser ist es, stets die Angemessenheit einer Entscheidung im Blick zu haben.
Bei welchen Unternehmensrisiken ist die Risikoeinstellung relevant?
Den folgenden Unternehmensrisiken muss ein Unternehmer mit der richtigen Risikoeinstellung begegnen:
- Finanzwirtschaftliche Risiken
- Leistungswirtschaftliche Risiken
- Technologische Risiken
- Unternehmensexterne Risiken
Finanzwirtschaftliche Risiken
Die finanzwirtschaftlichen Risiken spielen überall dort eine Rolle, wo es um das Kapital eines Unternehmens geht. Sie wirken sich direkt auf die Liquidität eines Unternehmens aus. Deshalb ist es wichtig, dass ein Unternehmer hier die richtige Risikoeinstellung zeigt. Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen z. B. ein zu niedriger Liquiditätsbedarf oder der Umgang mit strittigen Forderungen.
Beweist der Unternehmer seine Risikofreude, treibt er das Forderungsmanagement aktiv voran. Verhält er sich dagegen risikoscheu, kalkuliert er, dass der Kunde auch nachfolgende Leistungen nicht bezahlt.
Leistungswirtschaftliche Risiken
Leistungswirtschaftliche Risiken geht ein Unternehmen ein, wenn Probleme mit Lieferanten entstehen oder bei den Vertriebskosten ein zu hoher Anstieg verzeichnet wird. Hier kommt es darauf an, dass der Unternehmer seine Risikopräferenz bewahrt. Durch seine vorausschauenden Handlungen kann er Umsatzausfälle vermeiden und verhindern, dass Vertriebskanäle verloren gehen. Hierfür ist es aber wichtig, dass der Unternehmer sich risikofreudig zeigt. Ein anderes Verhalten kann sich für den Fortbestand des Unternehmens nur negativ auswirken.
Technologische Risiken
Technologische Risiken müssen bei der Entwicklung von Produkten bedacht werden. Der Ausfall eines Entwicklungspartners kann sich für das Unternehmen ebenso negativ auswirken wie eine Verzögerung im Produktionsprozess. Die Risikofreude eines Unternehmers kann sich das Unternehmen in diesem Fall zunutze machen.
Unternehmensexterne Risiken
Die unternehmensexternen Risiken entstehen außerhalb der eigenen Unternehmenssphäre. Weil sie aus diesem Grund nicht so gut zu beeinflussen sind, spielt die Risikopräferenz eines Unternehmers hier eine besonders große Rolle.
Geben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen es vor, dass die Nachfrage nach den angebotenen Produkten zurückgeht, muss der Unternehmer z. B. das Risiko eines Preisrückgangs in Kauf nehmen. Dies darf aber nicht so weit führen, dass der Preis die aufgewendeten Selbstkosten unterschreitet. Unabhängig davon, wie risikofreudig der Unternehmer sich zeigt, muss er diesen Aspekt immer im Blick haben.
Ebenso verhält es sich, wenn das Unternehmen eine Änderung der Kundenbedürfnisse feststellt. Hier darf es an der Risikofreude des Unternehmers nicht mangeln, wenn er ein Konzept für eine Produktinnovation anstrebt. Wichtig ist in diesem Fall der direkte Kontakt mit dem Kunden.
Übungsfragen
#1. Warum ist die richtige Risikoeinstellung eines Unternehmers relevant?
#2. Bei welcher Risikoeinstellung scheut der Unternehmer das Risiko?
#3. Zu welchen Risiken zählt die Verzögerung im Produktionsprozess?
#4. Worauf kommt es bei der Risikoeinstellung eines Unternehmers nicht an?
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