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Mengentender

Enthält: Beispiele · Definition · Grafiken · Übungsfragen

Mengentender gehört zu den Tenderverfahren, die eine Zentralbank in der Offenmarktpolitik anwende. Hierbei legt die Zentralbank den Zinssatz fest, zu dem sich die Geschäftsbanken Geld bei ihr leihen können. Neben dem Mengentender kennt die Finanzwirtschaft auch den Zinstender.

In diesem Beitrag stellen wir dir den Mengentender vor. Du erfährst, was das Mengentenderverfahren ist und wodurch es sich von dem Zinstenderverfahren abgrenzt. Abschließend geben wir dir einen Überblick über die anderen geldpolitischen Instrumente, die die Zentralbank gegenüber den Geschäftsbanken anwenden kann. Um deine Kenntnisse zum Mengentender zu erweitern, kannst du nach dem Beitrag einige Übungsfragen beantworten.

Synonym: Festsatz-Tender

Inhalt dieser Lektion

  • Welche Bedeutung hat der Mengentender?
  • Wie grenzen sich Mengentender und Zinstender voneinander ab?
  • Überblick über die anderen geldpolitischen Instrumente der Zentralbanken
    • Spitzenrefinanzierung
    • Einlagenfazilität
    • Mindestreservepolitik
  • Übungsfragen

Welche Bedeutung hat der Mengentender?

Das Mengentenderverfahren kennzeichnet sich dadurch, dass die Zentralbank den Geschäftsbanken eine bestimmte Menge an Zentralbankgeld anbietet. Beim Mengentender ist es üblich, dass die Zentralbank den Zinssatz festlegt, zu dem die Geschäftsbanken das Geld wieder zurückzahlen müssen. Die Geschäftsbanken teilen der Zentralbank auf schriftlichem Weg mit, wie viel Geld sie benötigen. Das Geld, das von der Zentralbank an die Geschäftsbanken fließt, gibt diese an Unternehmer und private Verbraucher weiter, die für eine Investition ihre Liquidität stabilisieren möchten.

Für die Zuteilung des Geldes ermittelt die Zentralbank die Zuteilungsquote. Hieran misst sich der Anteil des gesamten Zuteilungsbetrages, den eine Geschäftsbank von der Zentralbank erhält.

Beispiel
Die Zentralbank bietet den Geschäftsbanken ein Zentralbankgeldvolumen von 10.000.000 Euro an. Für die Bank A wurde eine Zuteilungsquote von 10 % ermittelt. Dies bedeutet, die Zentralbank zahlt an die Bank A einen Betrag von 1 Million Euro aus.

Wie grenzen sich Mengentender und Zinstender voneinander ab?

Mengentender und Zinstender grenzen sich in einem einzigen Punkt voneinander ab: Beim Mengentender gibt die Zentralbank den Zinssatz vor, zu dem die Geschäftsbanken Geld bei ihr leihen können.

Beim Zinstenderverfahren geben die Geschäftsbanken Angebote über die Höhe des Zinssatzes ab. Die Bank mit den höchsten Angeboten erhält das Geld zugeteilt. Damit eine Bank am Zinstenderverfahren teilnehmen kann, ist es erforderlich, dass das Angebot über einem Mindestzinssatz liegt. Dieser Mindestzinssatz wird von der Zentralbank festgelegt.

Beim Zinstender werden zwei verschiedene Tenderverfahren unterschieden. Dies sind das amerikanische Verfahren und das holländische Verfahren.

Das holländische Verfahren kennzeichnet sich dadurch, dass die Zentralbank einen einheitlichen Zinssatz festlegt. Bei dem amerikanischen Verfahren zum Zinstender gibt die Zentralbank nur einen Mindestzinssatz vor.

Mengentender vs. Zinstender
Mengentender vs. Zinstender

Überblick über die anderen geldpolitischen Instrumente der Zentralbanken

Neben der Offenmarktpolitik kennt die Finanzwirtschaft die beiden folgenden geldpolitischen Instrumente der Zentralbank:

  • Spitzenrefinanzierung
  • Einlagenfazilität
  • Mindestreservepolitik

Spitzenrefinanzierung

Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ist eine geldpolitische Maßnahme, die es der Zentralbank erlaubt, einer Geschäftsbank über Nacht einen Kredit zu gewähren. Die Laufzeit für derartige Kredite liegt bei einem Tag. Deshalb wird die Spitzenrefinanzierungsfazilität auch als Übernachtkredit bezeichnet. Der Zinssatz, den die Zentralbank für die Rückzahlung des Kredites festlegt, wird als Spitzenrefinanzierungszinssatz bezeichnet. Die Gegenleistung der Geschäftsbanken besteht in der Verpfändung von Wertpapieren.

Einlagenfazilität

Die Einlagenfazilität ist praktisch das Gegenstück zur Spitzenrefinanzierungsfazilität. Den Geschäftsbanken wird hiermit die kurzfristige Möglichkeit eingeräumt, nicht benötigtes Geld oder Einnahmenüberschüsse bei der Zentralbank anzulegen. Der Zinssatz, zu dem die Geschäftsbanken zurückerhalten, wird als Einlagezinssatz bezeichnet. Für die Festlegung dieses Zinses ist die Zentralbank zuständig.

Mindestreservepolitik

Mindestreservepolitik bedeutet, dass die Geschäftsbanken eine Mindestreserve bei der Zentralbank ansparen müssen. Diese Mindestreserve wird aus den Guthaben gebildet, die die Geschäftsbanken erwirtschaften. Für die Bildung der Mindestreserve kommen nur bestimmte Einlagen in Betracht. Hierzu zählen z. B. die Spareinlagen der Kunden, die ihr Geld bei dieser Bank angelegt haben.

Beispiel: Mindestreservepolitik

Ein Kunde legt bei der Bank Q ein neues Sparbuch an und zahlt hierauf direkt 50.000 Euro ein. Das Geld wird von der Bank Q dazu verwendet, die Mindestreserve bei der Zentralbank aufzustocken.

Übungsfragen

#1. Bei welchem Tenderverfahren gibt die Zentralbank einen Mindestzinssatz vor?

#2. Zu welchen geldpolitischen Instrumenten der Zentralbank zählen die beiden Tenderverfahren

#3. Wie nimmt die Zentralbank die Verteilung des Zentralbankgeldvolumens an die Geschäftsbanken vor?

#4. Welches geldpolitische Instrument trägt in der Finanzwirtschaft auch die Bezeichnung Übernachtkredit?

Fertig

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